Wer Kinderrechte ernst nimmt, muss die Kinder- und Jugendhilfe stärken
„Kinder haben ein Recht darauf, geschützt, gefördert und beteiligt zu werden. Diese Rechte dürfen nicht davon abhängen, wie angespannt die Haushaltslage gerade ist“, sagt Prof. Dr. Sabine Andresen, Präsidentin des Kinderschutzbundes. „Eine verlässliche Kinder- und Jugendhilfe darf kein Extra für gute Zeiten sein.“ Ob Unterstützung für Familien, Hilfen zur Erziehung, Beratung, Jugendarbeit oder Kinderschutz: Die Kinder- und Jugendhilfe begleitet Kinder und Jugendliche in sehr unterschiedlichen Lebenslagen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Fachkräfte und Einrichtungen.
„Wenn Familien lange auf Unterstützung warten, Fachkräfte dauerhaft an ihrer Belastungsgrenze arbeiten und Angebote eingeschränkt werden müssen, hat das konkrete Folgen für Kinder und Jugendliche“, so Andresen. „Gerade diejenigen, die besonders auf Unterstützung angewiesen sind, brauchen verlässliche Ansprechpartner und Hilfen, bevor aus einer schwierigen Situation eine Krise wird.“
Der Kinderschutzbund warnt deshalb davor, bei Kindern und Jugendlichen vor allem nach Einsparmöglichkeiten zu suchen.
„Am Weltkindertag sprechen wir viel darüber, dass Kinder unsere Zukunft sind. Entscheidend ist aber, wie wir heute mit ihnen umgehen“, sagt Andresen. „Kinder brauchen Erwachsene und Institutionen, die Verantwortung übernehmen. Die Frage ,Wen kümmert’s?‘ muss deshalb eine klare Antwort haben: uns alle – und besonders den Staat.“
Auch vor Ort zeigt sich, wie groß der Unterstützungsbedarf ist.
„Kinder, Jugendliche und ihre Familien suchen unsere Unterstützung. Wir brauchen mehrjährige Planbarkeit für die Finanzierung unserer pädagogischen und psychologischen Fachkräfte, um Beratung, Gewaltprävention und Angebote zur Stärkung und Sichtbarkeit der Kinder und ihrer Rechte zuverlässig anzubieten. Gutes Aufwachsen von Kindern geht uns alle an“, sagt Iris von Engeln, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Bremen. Der Kinderschutzbund fordert Bund, Länder und Kommunen auf, die Kinder- und Jugendhilfe verlässlich und bedarfsgerecht auszustatten. Kinderrechte müssen auch unter finanziellem Druck Maßstab politischen Handelns bleiben.
Mehr zur Kampagne „Wen kümmert’s?“ unter: www.kinderschutzbund.de/wenkuemmerts
Ansprechpartnerin:
Iris von Engeln (Geschäftsführung)
Der Kinderschutzbund Landesverband Bremen e.V
Schlachte 32, 28195 Bremen, Tel. 0421 / 240 112 10
vonengeln@dksb-bremen.de
www.dksb-bremen.de
Der Kinderschutzbund Landesverband Bremen e.V. setzt sich seit über 70 Jahren für die Rechte und den Schutz von Kindern sowie für die Unterstützung von Familien in Bremen ein. Er ist Träger der Beratungsstelle Kinderschutz-Zentrum und des Jugend- und Kinderrechtebüros, bietet Begleitete Umgänge, Fortbildungen und Gewaltpräventionsprojekte in Schulen sowie Elternkurse „Starke Eltern – Starke Kinder“ an. Mit engagierten hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden setzt sich der Kinderschutzbund Bremen mit seinen Angeboten für den Schutz und die Teilhabe aller Kinder, Jugendlichen und Familien ein. Der Kinderschutzbund ist aktiver Fürsprecher für die Rechte der Kinder.
16. September 2026
16.09.26