Der Wochenmarkt für Jobs

Der Wochenmarkt für Jobs

07.06.2019 Noch ein Online-Stellenmarkt mehr? „Ja – aber anders“, sagte sich Holger Schmitt und gründete mit seiner KX Personal GmbH das Job- und Ausbildungsportal karriere-bremen.de. Schlüssel zum Erfolg sollen der regionale Ansatz und günstige Preise sein.

Der Stellenmarkt im Internet ist umkämpft. Jobportale gibt es im Netz wie Sand am Meer: Monster, Stepstone, Indeed oder Xing zählen zu den bekanntesten, viele kleinere Anbieter wollen ebenso ein Stück vom Kuchen abhaben. Wer es gerne „old school“ mag, inseriert weiter – oder zusätzlich – in Tageszeitungen und Magazinen. Da ist es schon mutig, ein neues Stellenportal im Netz zu gründen – aber genau das hat Holger Schmitt getan. Seit März 2019 ist die Webseite karriere-bremen.de online, und wenn es nach Schmitt geht, wird sie ebenso zum Erfolg wie in anderen Teilen der Republik.

Zur richtigen Zeit mit der richtigen Idee am richtigen Ort zu sein, ist noch immer eine der wichtigsten Grundlagen eines guten Geschäfts. An diesem Punkt wähnt sich Schmitt, der mit seinem Unternehmen KX Personal GmbH eine gleichartige Seite auch in Hamburg gestartet hat. Der 42-Jährige kennt sich mit Personalmanagement aus: Er hat jahrelang Erfahrung in Führungspositionen der Unternehmensgruppe Theo Müller (Müller Milch) gesammelt und war zuletzt Geschäftsführer der Bremerhavener Nordsee GmbH, wo er auch als Personalchef arbeitete. Seine Erfahrungen fasst er so zusammen: „Stellenbesetzungen sind eine große Herausforderung für die Arbeitgeber, aber auch die Jobsuchenden. Und ein vernünftiges Matching ist sehr schwierig.“

Also: Es geht noch besser. Genau das wollen Holger Schmitt und seine Mitstreiter mit karriere-bremen.de erreichen. „Der Stellenmarkt der Zukunft ist regional organisiert“, ist er sich sicher. „Wer sich in einer Stadt oder Region wohlfühlt, schaut zuerst hier nach Möglichkeiten. Das ist unser Ansatz. Dazu gehört natürlich eine gut strukturierte Webseite, auf der sich die Unternehmen optimal präsentieren können. Schließlich muss das Ganze auch preislich attraktiv sein.“ Bei dem neuen Online-Auftritt geht es nicht nur um Fach- und Führungskräfte, sondern explizit auch um Auszubildende und Praktikanten. Was immer ein Unternehmen sucht, soll es in seinem Bereich auf karriere-bremen.de offerieren. „Wir verstehen uns als Wochenmarkt für Jobs. Hier kann jedes Unternehmen einen Stand eröffnen und sich präsentieren.

Ähnlich wie bei Obst und Gemüse auf dem Markt ist es kein Problem, wenn die Jobsuchenden konkurrierende Angebote sehen. Heute können sich qualifizierte Bewerber doch sowieso den Arbeitgeber aussuchen.“ Natürlich kann man auch bei den etablierten Anbietern die Region eingrenzen. „Aber dort findet man oft nur die klassische Stellenbeschreibung. Danach sind Interessierte auf weitere eigene Recherchen beispielsweise auf der Unternehmensseite angewiesen, wenn sie etwas über den zukünftigen Arbeitgeber erfahren wollen.“

Auf karriere-bremen.de hingegen stellen Firmen nicht nur die Jobs, sondern auch sich selbst vor. Sie können Fotos und Filme integrieren, sich so präsentieren, wie sie es für richtig halten. Die Webseite liefert nur den Rahmen, die Betreiber helfen beim Start. Danach können die Unternehmen ihren Bereich „bespielen“ und mit Stellenangeboten, Ausbildungs- und Praktikumsplätzen füllen, wie sie es wünschen – zum gleichbleibenden Preis, ohne Mengenbeschränkung, 365 Tage im Jahr sichtbar.

Die Kosten seines Angebotes seien überschaubar, so Schmitt. Print-Anzeigen kosteten drei- bis vierstellige Summen für einmaliges Erscheinen, viele Online-Stellenbörsen würden gutes Geld für eine einmonatige Schaltung mit Zusatzkosten für ein Unternehmensportrait oder die E-Mail-Benachrichtigung von Jobsuchenden berechnen. „Für einen kleinen Handwerksbetrieb, der Auszubildende oder mal eine Fachkraft sucht, ist das nicht nachvollziehbar“, sagt Schmitt. „Wir haben unsere Preise übersichtlich gestaffelt. Ausschlaggebend ist die Mitarbeiterzahl.“ Der Kunde könne unbegrenzt Anzeigen schalten, die das ganze Jahr online seien, und ihn optimal darstellten. „Das rechnet sich sehr schnell“, so Schmitt. Außerdem gibt es bei karriere-bremen.de auch die Möglichkeit für Jobsuchende, sich zu präsentieren – inklusive einer Matching-Funktion, die beide Seiten zusammenführt.

Dass der regionale Ansatz funktioniert, beweisen ähnliche Webseiten. Denn Holger Schmitt hat nicht alles neu erfunden, sondern orientiert sich an Vorbildern wie karriere-suedwestfalen.de. „Ich kenne die Macher und verfolge ihren Weg seit Jahren. Deren Webseite ist ebenso klein gestartet wie wir. Heute, nach sieben Jahren, stellen sich dort aktuell rund 1.300 Unternehmen mit zurzeit fast 7.000 Jobs vor!“ So manches herkömmliche Angebot sei dadurch schon hinfällig geworden: „Eigentlich reicht doch für jede Region ein einziger gut gemachter Wochenmarkt für Jobs“, ist er von seiner Lösung überzeugt.

Quelle: Kai Uwe Bohn, Wirtschaft in Bremen und Bremerhaven, Seite 34-36, 6.2019




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