"Wir möchten für alle da sein"

"Wir möchten für alle da sein"

07.08.2019 Der Marktplatz für Karriere

Ex-Personalchef Holger Schmitt will mit „Karriere Bremen“ eine Allround-Plattform für Unternehmen, Karriereinfos und Jobsuchende im Nordwesten bieten. Er ist Jurist, war Senior Legal Counsel bei Theo Müller und Personalchef bei der Nordsee: Nun wagt sich Holger Schmitt mit dem Job- und Ausbildungsportal „Karriere Bremen“ in den umkämpften Markt der Stellenportale. Großen und kleinen Unternehmen bietet er damit eine dauerhafte Online-Präsenz als Arbeitgeber und beliebig viele Stellenanzeigen zum Festpreis. Im Interview mit Weser-Wirtschaft legt er seine Doppelstrategie offen.

01/ Wie kamen Sie auf die Idee, mit „Karriere Bremen“ ein dediziertes Portal für Bremen und Umgebung zu kreieren?

Wir haben uns den Markt sehr genau angeschaut. Stellenportale gibt es weit über eintausend in Deutsch- land. Unser Fokus ist ganz bewusst ausschließlich auf die Region Bremen, Bremerhaven, Oldenburg und umzu gesetzt. Wir sind mit unserem Angebot gleichzeitig breiter aufgestellt und bedienen von Schülerpraktika über Studentenjobs bis hin zu Fort- und Weiterbildungsangeboten das gesamte Spektrum. Wir bieten also sowohl Berufseinsteigern als auch Berufserfahrenen Karriereinformationen und damit nicht nur Stellenangebote, sondern auch umfangreiche Bewerbungstipps und Informationen rund um die attrak- tiven Arbeitgeber der Region. Für diese Kombination aus Regionalität und Umfang gibt es kein vergleich- bares Angebot auf dem Markt: Wir schließen diese Lücke.

02/ Inwiefern spielte Ihre Erfahrung als früherer Personalchef mit in diesen Erstellungsprozess hinein?

Wer als Personalverantwortlicher eines Filialunternehmens tätig ist, weiß um die Herausforderungen beim Recruiting. Sowohl bei der Suche nach Fach- und Führungskräften als auch nach allen anderen Kollegen, die man mindestens genauso braucht. Zu dieser Kategorie zählen unseres Erachtens beispielsweise auch das Handwerk: Für sie gibt es auf dem Jobmarkt wenige Plattformen, die sich ihnen annehmen. Wir möchten für alle da sein.

03/ Haben Sie Ihr Preismodell entsprechend daran angepasst?

Die meisten kleinen und mittleren Betriebe müssen sich schon gut überlegen, wie viel Geld sie für die Mitarbeitersuche in die Hand nehmen. Gerade auch in harten Zeiten sich abschwächender Konjunktur – wie es sich ja gerade abzeichnet – wollen wir für die Firmen eine verlässliche und gut kalkulierbare Plattform bieten. Entsprechend haben wir uns für ein Preismodell entschieden, das ihnen für sehr überschaubares Geld die Möglichkeit bietet, ein ganzes Jahr auf unserer Plattform präsent zu sein und beliebig viele Stellen auszuschreiben. Wir staffeln nicht nach Funktionsumfang oder Sympathiewerten, sondern nach der Mitarbeiterzahl. Selbst bei Betrieben mit bis zu 49 Mitarbeitern liegen wir beim Jahrespreis immer noch deutlich unter 1.000 Euro. Verglichen mit den Angeboten anderer Medien oder Portale ist dies ein sehr attraktiver Deal für alle Größenordnungen.

04/ Was wollen Sie mit Ihrem Portal anders machen als überregionale Riesen wie Stepstone oder Xing?

Gegenüber den überregionalen Plattformen wollen wir uns ganz klar mit Regionalität abgrenzen. Zwar bieten sie regionale Suchfunktionen, aber bei gezielter Suche ist das entsprechende Angebot nicht so umfangreich. Wir betreiben unsere Plattform aus regionaler Überzeugung aus Bremen heraus und wollen eben nicht nur die großen, sondern auch die kleinen Unternehmen ansprechen. Mit der regionalen Karte haben wir auf jeden Fall die Chance, uns neben Xing und Co. zu behaupten. Interessanterweise haben sowohl Stepstone als auch Indeed erklärt, keinerlei Optimierung für den Service Google for Jobs vorzunehmen, eine spezielle Meta-Suche für entsprechend gekennzeichnete Jobangebote. Bei uns ist die Google-Codierung bereits automatisch mit dabei – darüber hinaus arbeiten wir mit gezielten Werbemaßnahmen und Platzierungen bei Google sowie Facebook und Instagram. Ich bin davon überzeugt, dass die Jobsuche in Zukunft noch viel mehr über Suchmaschinen funktionieren wird als über die Startseiten der eigentlichen Plattform. Dafür sind wir bereits heute bestens aufgestellt.

05/ Gleichzeitig müssen Sie auch mit den regionalen Plattformen der Stadt und des Weser-Kuriers konkurrieren. Wie wollen Sie sich ihnen gegenüber abgrenzen?

Gegenüber diesen Angeboten wollen wir mit einem Qualitätsprodukt überzeugen: optisch ansprechend, technisch hochfunktional und preislich attraktiv. Auch muss man genau hinsehen: Das städtische Angebot unter jobs.bremen.de basiert in Wahrheit auf der Datenbank von Stepstone, versehen mit einem anderen Etikett. Sicherlich gibt es die eine oder andere lokale Konkurrenz, aber ich bin zuversichtlich, dass wir hier unseren Platz finden und verteidigen werden. Bereits jetzt bieten wir nämlich ein wesentlich umfangreicheres Unternehmensporträt, durch das sich Unternehmen mit ausführ- licher Textbeschreibung, mehreren Bildern und Imagevideos darstellen können. Neueste Meldungen der Un- ternehmen werden auch über unsere Startseite angezeigt. Zudem arbeiten wir ja nicht nach dem Preismodell „Toll – Richtig toll – Supertoll“, sondern mit einem Standard, um unser Produkt für Unternehmen und Anwender möglichst einfach und einheitlich zu halten. Was in Zukunft an Features folgen wird, werde ich an dieser Stelle noch nicht verraten.

06/ Welches Feedback haben Sie bisher von teilnehmenden Unternehmen erhalten?

Wir haben durchweg gutes Feedback erfahren, was die Idee eines regionalen „digital only“-Angebots für die Karrieresuche anbetrifft. Viele staunen, dass es diese Lücke bislang noch gab. Technik, Nutzerfreundlichkeit und Preismodell werden sehr gelobt, gerade auch vonseiten der KMUs.

07/ Nun wenden sich Unternehmen gerade bei der Suche nach Top-Personal häufig an Headhunter. Bei Ihnen taucht dieser Aspekt nicht auf. Hätten Sie denn die Möglichkeit dazu gehabt oder haben Sie bewusst darauf verzichtet?

Für mich sind Stellenausschreibungen über Karriereportale und die Suche über Headhunter zwei Märkte, auch wenn sie sicherlich Schnittmengen aufweisen. Es wird immer Situationen geben, in denen bei speziellen Stellenbesetzungen auf externe, qualifizierte Kompetenz von Personalberatern gesetzt wird. Wir gehen wiederum mit dem Ansatz heran, auch bisher nicht sichtbare Stellen auf dem regionalen Arbeitsmarkt überhaupt erst sichtbar zu machen, also mehr Transparenz zu schaffen, und für alle Unternehmen eine größere Reichweite zu erzielen. Ich glaube nicht, dass wir den Headhuntern das Leben schwer machen werden oder umgekehrt, sondern dass wir Hand in Hand denken müssen. Für die Stellen, die breiter besetzt werden können, nutzt man Karriereportale wie unseres; für die engere Suche gibt es weiterhin Headhunter.




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